"Beglückend ist die Geburt von Buddhas. Beglückend ist die Lehre des echten Dhamma. Beglückend ist die Einheit der Ordensgemeinschaft. Beglückend ist die Ausstrahlung der Vereinten."
(Dhammapada 194)
Das Dhammanikhom entstand durch die Weisung und mit dem Segen des Höchst Ehrwürdigen Phra Prom Mongkol Vi (Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo).
2015 erhielt die Ehrwürdige Bhikkhuni Silavaddhani von ihm den Auftrag in Brandenburg ein Dhamma-Zentrum aufzubauen. Zu diesem Zeitpunkt lebte sie bereits seit sechs Jahren im thailändischen Kloster Wat Buddhapiyawararam in Dreieich-Götzenhain in der Nähe von Frankfurt am Main.
2016 wurde mithilfe einiger Unterstützer und Meditierenden der gemeinnützige Dhammanikhom Vipassana-Meditationszentrum e.V. gegründet.
Der Name Dhammanikhom wurde vom Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo verliehen und bezeichnet eine Gemeinschaft von Personen, die zusammenkommen, um gemeinsam das Dhamma zu leben und zu praktizieren. Es kann übersetzt werden als Dhamma-Gemeinschaft.
Dhamma bezeichnet die Lehre des Buddha.
Nikhom (= Thai) oder Nigama (= Pali), bedeutet Gemeinschaft, Gemeinde, Siedlung auch Treffpunkt, Markt, Bezirk oder kleine Stadt bzw. Ortschaft.
Zunächst fanden 2016 erste Aktivitäten in Lieberose statt, wo in regelmäßigen Abständen Meditationskurse organisiert wurden. Hierfür hatten Unterstützer eine Wohnung für die Ehrwürdige Bhikkhuni Silavaddhani (die zu diesem Zeitpunkt noch Samaneri, also Novizin, war) angemietet. Meditierende wurde in umliegenden Ferienwohnungen untergebracht.
Schnell waren die Kurse immer gut besucht und ab Januar 2017 war es möglich, dass die Ehrwürdige Bhikkhuni Silavaddhani ganz in diese Wohnung zog. Eine Laienunterstützerin zog in die Nähe dieser Meditationswohnung und konnte so die Versorgung gewährleisten. Bald mietete der Verein eine zweite Wohnung an und die Dhamma-Aktivitäten und Anzahl an Meditationsgästen weiteten sich aus.
Alsbald zeigte sich, dass die Nachfrage zu groß war, als dass die zunächst als Übergangslösung geplante, temporäre Lösung langfristig fortgeführt werden könnte.
Stets herrschte enger Austausch mit dem Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo, welcher 2017 die Aufforderung aussprach nach einem eigenen Ort zu suchen.
Im Juni 2017 wurde das Grundstück in Heinersbrück gefunden und schnell zeigte sich, dass dieser Ort passend sein würde. Der Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo drückte erneut seine Zustimmung aus und es mussten zahlreiche Vorbereitungen getroffen und Details recherchiert werden. Mit jedem Schritt wurde es deutlicher, dass dies der geeignete Ort sein würde und auch die offiziell-administrativen Vorgaben konnten abgeklärt und erfüllt werden.
Parallel wurden fleißig Spenden gesammelt, alle halfen mit und es fand sich wie von Zauberhand ein großzügiger Spender, der den noch fehlenden Betrag geben wollte.
Im September 2017 wurde der Kaufvertrag unterschrieben, am 30. November 2017 wurden die Schlüssel übergeben und am 01. Dezember 2017 war der Einzug. Daraufhin wurde fleißig tapeziert, gemalert und renoviert um startklar zu werden. Nicht lange danach konnten erste Meditationsgäste empfangen werden.
Genau ein Jahr später am 30. November 2018 traf der Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo, damals im Alter von 95 Jahren, mit einer Entourage von zwölf Mönchen im Dhammanikhom ein und am 01. Dezember 2018 fand die Segnungs- und Einweihungs-Zeremonie statt.
Im Rahmen dieser ermutigte und forderte der Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo - damals noch - Samaneri Silavaddhani auf, nach Sri Lanka zu gehen und als Bhikkhuni zu ordinieren. Bereits im Januar 2019 fand die Höhere Ordination (Upasampada) statt.
Vor der Rückkehr ins Dhammanikhom reisten die Ehrw. Bhikkhuni Silavaddhani und begleitende Unterstützer und Meditierende nach Thailand, um dem Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo Respekt zu erweisen. Es wurde eine sogenannte Mudita-Zeremonie (um Mitfreude auszudrücken) organisiert an der weitere Mönche und zahlreiche internationale Meditierende teilnahmen. Zu diesem Anlass erklärte der Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo, dass Frauen im Dhammanikhom den klösterlichen Weg beschreiten und als Nonnen ausgebildet werden können. Er autorisierte die Ehrw. Bhikkhuni Silavaddhani, Maechees (Anwärterinnen) zu ordinieren und drückte auch seine Zustimmung aus, falls jemand den nächsten Schritt zur Novizin (Samaneri) gehen möchte. Die Samaneri-Weihe obliegt jedoch der Nonnengemeinschaft und wird von senioren Bhikkhunis durchgeführt.
Die folgenden Jahre wurde viel gebaut, renoviert und erweitert. Es wurden regelmäßig Meditationskurse und zahlreiche weitere Dhamma-Aktivitäten angeboten und die Gästezahlen stiegen stetig. Zwar kamen immer wieder auch Nonnen, um an Meditationskursen teilzunehmen oder zu Besuch, aber in diesen Jahren war wenig Zeit für eine mehr klösterliche Ausrichtung.
Ab dem Jahr 2023 begann der Verein den Schwerpunkt zu verlagern und begann eine Spendensammlung für den Ausbau eines Nonnenbereiches, welcher in den Jahren 2024 und 2025 in Teilen umgesetzt wurde.
Im Mai 2024 konnte die Ordinationsgeberin der Ehrw. Bhikkhuni Silavaddhani, die Höchst Ehrw. Bhikkhuni Saddha Sumana aus Sri Lanka für sechs Wochen zusammen mit einer weiteren Bhikkhuni aus Australien ins Dhammanikhom eingeladen werden.
Im Rahmen dieses Besuchs entstand durch die Höchst Ehrw. Bhikkhuni Saddha Sumana die Weisung eine Sīmā im Dhammanikhom zu etablieren. Eine Sīmā ist ein geweihter Bereich, der für bestimmte religiöse Handlungen der buddhistischen Mönchs- und Nonnengemeinschaft relevant ist. Es ist ein offiziell festgelegter, abgegrenzter Bereich, innerhalb dessen die Ordensgemeinschaft wichtige Zeremonien, wie z.B. Ordinationen, durchführen kann.
Fast ein Jahr wurde diese wichtige Zeremonie vorbereitet und geplant. Hierfür wurden seniore, erfahrene Nonnen aus Sri Lanka, die alle in einer Ordinationslinie stehen, eingeladen.
Am 08. Juni 2025 vollzog die Bhikkhuni-Sangha die Sīmā-Weihe.
Damit ist das, was der Ehrw. Phra Ajarn Tong Sirimangalo bereits einige Jahre zuvor angestoßen hatte, offiziell und vollständig möglich. Im Dhammanikhom sind die Grundsteine gelegt und es ist möglich zukünftig alle Ordinationsstufen vor Ort zu gehen.
